J06.9g (ICD-10)

J06.9g ist ein Kürzel der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10), welches eine akute Infektion der oberen Atemwege bezeichnet. Dazu zählt vor allem der so genannte grippale Infekt, welchen man auch als einfache Erkältung bezeichnet.

J06.9g Begriffsklärung

kaelte

Nur ein Mythos – Kälte ist für einen Ausbruch der Infektion kein Hauptgrund.

Der grippale Infekt sollte niemals mit der “echten Grippe” verwechselt werden, da diese durch andere Viren ausgelöst wird und in den meisten Fällen einen deutlich schwereren Krankheitsverlauf nach sich zieht, der sogar zum Tode führen kann.

Viele Menschen glauben zudem, dass eine Erkältung allein durch Kälte ausgelöst wird. Diese Annahme ist jedoch zum größten Teil falsch, auch wenn man vom Namen her darauf schließen könnte. Zwar führt Kälte zu einer leichten Schwächung des Immunsystems, jedoch wird eine Erkältung genau wie die Grippe durch Viren ausgelöst. Diese können selbstverständlich auch ohne Kälteeinwirkung in den Körper eindringen und die Erkrankung auslösen – auch wenn Kälte dies begünstigt.




Infektion durch Luft und Berührung

Die Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfcheninfektion. Das heißt, dass sich andere Menschen durch Erreger in der Luft, welche beispielsweise durch ein Niesen verbreitet wurden, anstecken können. Außerdem ist eine Übertragung durch Schmierinfektion (Berührung) möglich. Die Inkubationszeit beträgt dabei in der Regel zwei bis sechs Tage. Gerade bei Kindern kommt es durchschnittlich mehrmals pro Jahr zu einer Infektion, da deren Immunsystem noch nicht vollkommen ausgeprägt ist. Auch der verstärkte Kontakt zu Gleichaltrigen im Kindergarten oder in der Schule führt zu häufigeren Erkrankungen.

Symptome und Verlauf bei einer Infektion der oberen Atemwege (J06.9g)

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Schnupfen, Heiserkeit, Frösteln und Kopfschmerzen sind in der Regel die ersten Anzeichen.

Erste Anzeichen der Erkrankung sind häufig ein Kratzen im Hals, sowie leichte Beschwerden beim Schlucken. Diese entwickeln sich dann häufig weiter zu Nies- und Hustenanfällen, Schnupfen, Heiserkeit, Frösteln und Kopfschmerzen. Häufig kann es auch zu Schmerzen in den Gliedmaßen oder den Ohren kommen. Betroffene fühlen sich außerdem häufig sehr müde und schlapp. In manchen Fällen kommt es sogar zu einem leichten Fieber. Im späteren Krankheitsverlauf, das heißt nach ungefähr vier bis sieben Tagen, kann zudem ein Reizhusten auftreten.

Unter Umständen können jedoch auch Komplikationen im Krankheitsbild auftreten. So kann es beispielsweise zu -

  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • des Mittelohrs
  • der Bronchien bzw. der Lunge

durch das Eindringen von Bakterien, kommen. Eine Kehlkopfentzündung kann zudem auch zum Verlust der Sprechfähigkeit führen.

Die Diagnose J06.9g

Die J06.9g Diagnose erfolgt meist anhand dieser Symptome und einer körperlichen Untersuchung. Dabei muss sichergestellt werden, dass es sich wirklich nur um eine Erkältung handelt und es zu keinen der eben genannten Komplikationen kommt. Dazu werden zum Beispiel die Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen auf Schwellungen, Rötungen, sowie das Vorhandensein von Eiter untersucht. Außerdem kontrolliert der Arzt die Atemgeräusche, die Nasennebenhöhlen und eine eventuelle Schwellung der Lymphknoten im Halsbereich.

Behandlung und Therapie

antibiotika

Antibiotika müssen in der Regel nicht verwendet werden. Komplikationen durch eine bakterielle Sekundärinfektion können aber eine Behandlung notwendig machen.

Grundsätzlich kann eine Erkältung auch ohne ärztliche Behandlung gut überstanden werden, wenn es nicht zu schwereren Krankheitsformen kommt. In jedem Fall sollte man sehr viel trinken, wobei sich vor allem Tees oder Mineralwasser eignen. Außerdem ist viel Ruhe und Schlaf sinnvoll. Inhalationen mit freiverkäuflichen Ölen, sowie Erkältungsbalsam oder Nasenspray können zudem auch zu einer schnelleren Genesung führen. Gegen die Kopf- und Gliederschmerzen helfen unter Umständen auch rezeptfreie Medikamente. Im Fall von Fieber ist außerdem die Einnahme von fiebersenkenden Mitteln sinnvoll. Kommt es jedoch zu Komplikationen durch eine bakterielle Sekundärinfektion, kann möglicherweise auch eine Antibiotika Therapie verordnet werden. In jedem Fall sollte man die einfache Erkältung nicht unterschätzen und den Körper zu schnell wieder stark belasten, da es ansonsten zu einem Rückfall kommen kann, welcher dann häufig schwerer verläuft.




Vorbeugung -Immunsystem stärken

Eine wirksame Impfung gegen den grippalen Infekt gibt es bisher noch nicht. Dies liegt daran, dass sich der Virus ständig verändert und man damit niemals gegen alle Formen gleichzeitig impfen kann.

Grundsätzlich empfiehlt es sich daher zu bereits erkrankten Personen Abstand zu nehmen und sein Immunsystem zu stärken. Dies kann man beispielsweise durch regelmäßige Saunagänge, eine ausgewogene Ernährung, die Vermeidung von Stress, ausreichend Schlaf und sportliche Betätigung erreichen. Eine angemessene Kleidung ist selbstverständlich auch, gerade in den kälteren Monaten, wichtig. Besonders dann kommt es nämlich immer wieder zu neuen Infektionswellen. Darüber hinaus schwören einige Menschen auch auf die prophylaktische Einnahme von Vitaminen und bestimmter Präparate. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist, trotz zahlreicher Studien, jedoch eher umstritten.

So schützt man das Immunsystem: leicht erklärt im Video